3 Fragen an Corinna Hammerstingl: Wie kann KI Personaldienstleister effektiv entlasten?
- Personaldienstleister wenden nach wie vor zu viel Zeit für Daten- und Informationssuche auf – und das bei konstant steigendem Effizienzdruck.
- Wie können Personaldienstleisterunproduktiven Aufwand im Arbeitsalltag reduzieren, damit mehr Zeit und Raum für kreative Überlegungen und Entscheidungen bleibt?
- Corinna Hammerstingl, VP Product DACH bei zvoove, erklärt, wie Künstliche Intelligenz mechanische Zwischenprozesse im Hintergrund übernehmen und damit dem Menschen mehr Kapazitäten verschaffen kann.
arbeitsblog: Corinna, Personaldienstleister arbeiten heute mit immer größeren Datenmengen, zunehmender Prozesskomplexität und wachsendem Effizienzdruck. Wo siehst du aktuell die größten Hebel, um den Arbeitsalltag wieder stärker ergebnisorientiert zu gestalten?
Corinna Hammerstingl: Der größte Hebel liegt im operativen Alltag – und zieht sich von dort bis nach oben: von der Disponentin, die morgens drei Krankmeldungen bekommt und gleichzeitig einen Kunden in der Leitung hat, bis zur Führungskraft, die abends eigentlich strategisch denken will und stattdessen Exporte aufbereitet.
Was beide Ebenen verbindet: Zwischen dem Moment, in dem eine Information vorliegt, und dem Moment, in dem jemand handeln kann, liegt oft erschreckend viel Zeit. Daten sind vorhanden, aber sie müssen gesucht, zusammengeführt und interpretiert werden, bevor eine Entscheidung möglich ist.
Genau diesen Weg zu verkürzen, halte ich für den größten Hebel. Nicht noch mehr Tools einzuführen, sondern die Zahl der Zwischenschritte zu reduzieren. Wenn Informationen direkt zu Handlungen befähigen, verändert sich der Arbeitsalltag spürbar, weil weniger Zeit in Datensuche fließt und mehr Zeit für Entscheidungen bleibt.
arbeitsblog: Auf der zCom zeigst du, wie KI mit zvoove One zu einem integralen Bestandteil von ERP-Systemen wird. Was verändert sich im Arbeitsalltag von Personaldienstleistern, wenn KI nicht mehr als Zusatzfunktion gedacht wird, sondern als systemische Ebene?
Corinna Hammerstingl: Was sich verändert, wenn KI wirklich systemisch wirkt? Ehrlich gesagt: vor allem der Kopf! Wer den halben Tag mit Routineabarbeitung beschäftigt ist, hat abends keine Energie mehr für wichtige strategische Überlegungen: Stelle ich mir die richtigen Fragen? Ist unser Marktzugang noch der richtige? Was würde für unsere Mitarbeitenden wirklich einen Unterschied machen? Das sind die Fragen, die Unternehmen weiterbringen, und genau dafür braucht man Kopffreiheit.
Technisch bedeutet der systemische Einsatz von KI einen grundlegenden Wechsel in der Interaktion mit dem System. Man navigiert nicht mehr durch Masken und sucht, wo welche Information hinterlegt ist. Man formuliert, was man wissen oder tun möchte, und bekommt direkt die Antwort oder das Ergebnis. Genau diesen Ansatz verfolgen wir mit zvoove One: KI ist dort nicht als zusätzliche Funktion gedacht, sondern als Intelligenz, die direkt mit den vorhandenen Daten arbeitet und in die zentralen Prozesse integriert ist.
Der Unterschied ist: Es geht nicht mehr darum, zu wissen, wo man klicken muss, sondern darum, zu sagen, was man erreichen will. Über genau diesen Mehrwert spreche ich auch auf der zCom.
Wenn operative Last wegfällt, entsteht Raum – für Gespräche, für strategische Fragen und für echte Unternehmensentwicklung. Um am Ende bessere Entscheidungen treffen zu können.
arbeitsblog: Wenn wir auf das gesamte Jahr 2026 blicken: Welche Innovationen bringt zvoove auf den Weg, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihr Geschäft effizient zu steuern, zu optimieren und nachhaltig zu wachsen?
Corinna Hammerstingl: Unser Maßstab für 2026 ist eigentlich ganz einfach: Menschen, die täglich mit dem System arbeiten, sollen das Gefühl haben, dass es für sie arbeitet und nicht umgekehrt. Das bedeutet: Routinen, die heute noch menschliche Kapazitäten in Anspruch nehmen – etwa bei der Dokumentenprüfung oder bei Compliance-Checks –, laufen zunehmend automatisiert im Hintergrund ab. Gleichzeitig wird das System proaktiver und zeigt gezielt, wo gerade Handlungsbedarf entsteht, statt Nutzer*innen mit immer mehr Informationen zu konfrontieren.
Der Effekt, der mich dabei am meisten antreibt: Wenn operative Last wegfällt, entsteht Raum. Raum für Gespräche mit Kund*innen und Mitarbeitenden, für strategische Fragen und für echte Unternehmensentwicklung.
Denn am Ende geht es nicht darum, noch mehr Daten zu erzeugen – sondern darum, bessere Entscheidungen treffen zu können.
Über Corinna Hammerstingl
Corinna Hammerstingl ist VP Product DACH bei zvoove und verantwortet die Produktstrategie und -entwicklung für den deutschsprachigen Markt. Mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung unternehmenskritischer B2B-Software treibt sie die kundenzentrierte Weiterentwicklung digitaler Lösungen voran. Ihr Fokus liegt darauf, Komplexität zu reduzieren und Produkte zu schaffen, die messbaren Mehrwert für die Personaldienstleistung liefern. Auf der zCom teilt sie ihre Sicht auf Produktstrategie und eine konsequent nutzerzentrierte Produktentwicklung.