Arbeitslosigkeit trifft zunehmend auch Führungskräfte
25. August 2026 | Handelsblatt
Die schwache Konjunktur erschwert die Jobsuche inzwischen selbst für Hochqualifizierte. Besonders Führungskräfte und ältere Beschäftigte spüren den angespannteren Arbeitsmarkt.
Die wirtschaftliche Schwäche erreicht nun auch Beschäftigtengruppen, die lange als vergleichsweise gut vor Arbeitslosigkeit geschützt galten. Viele Unternehmen stellen weniger Personal ein und bauen gleichzeitig Stellen ab Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gehen derzeit allein in der Industrie rund 15.000 Arbeitsplätze pro Monat verloren. Dadurch verschärft sich die Konkurrenz um eine sinkende Zahl offener Stellen spürbar. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Führungskräften: Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Führungskräfte branchenübergreifend um 14 Prozent gestiegen. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Auch unter Akademiker*innen hat der Anteil der Langzeitarbeitslosen zuletzt zugenommen. Das Handelsblatt hat mehr als 100 Rückmeldungen von Betroffenen ausgewertet: Viele von ihnen waren zuvor in Führungspositionen tätig und sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Ihre Erfahrungen verdeutlichen, dass Qualifikation und langjährige Berufserfahrung derzeit nicht zwangsläufig einen schnellen Wiedereinstieg sichern.