13.10.2026

Ausbildungsumlage gefordert: DGB will Betriebe zur Kasse bitten

13. Oktober 2026 | Süddeutsche Zeitung

Angesichts sinkender Ausbildungszahlen in Nordrhein-Westfalen fordert der DGB die Einführung eines „Zukunftsfonds Ausbildung“. Betriebe sollen in den Fonds einzahlen, während Ausbildungsbetriebe durch eine jährliche Prämie finanziell entlastet werden sollen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) NRW fordert die Landesregierung auf, einen „Zukunftsfonds Ausbildung“ einzurichten. Das Fondsmodell sieht vor, dass Unternehmen 0,5 Prozent ihrer Bruttolohnsumme einzahlen. Ausgenommen wären Branchen mit einer bestehenden Ausbildungsumlage sowie Bereiche, in denen überwiegend schulisch ausgebildet wird. Im Gegenzug sollen ausbildende Betriebe jährlich 5.000 Euro pro Auszubildendem erhalten. Nach Berechnungen im Auftrag des DGB könnten so knapp 1,4 Milliarden Euro zusammenkommen. Der Großteil wäre für die Ausbildungsprämien vorgesehen, weitere 100 Millionen Euro könnten für andere Maßnahmen eingesetzt werden. Hintergrund der Initiative ist, dass in NRW nach Angaben des DGB nur noch jedes fünfte Unternehmen ausbildet und mehr als 20 Prozent der 20- bis 34-Jährigen dauerhaft ohne Berufsabschluss bleiben. Während die SPD-Landtagsfraktion das Modell als mögliche Entlastung für kleine und mittlere Betriebe begrüßt, lehnt die Landesvereinigung der Unternehmensverbände die Umlage ab. Sie kritisiert insbesondere, dass der Fonds die Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen nicht lösen würde.

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