„Die Zeitarbeit ist essenziell, um gegen den Personalnotstand in unserer Branche anzukämpfen.“
- Dr. Patricia Eisen ist Fachärztin für Innere Medizin und arbeitet seit knapp fünf Jahren über die Zeitarbeitsfirma doctari.
- Die Zeitarbeit bietet ihr einige Vorteile gegenüber der Festanstellung, unter anderem mehr Flexibilität in der Arbeitseinteilung.
- Im Interview erzählt sie, warum sie sich für die Zeitarbeit entschieden hat und warum Honorarkräfte im Kampf gegen den Personalmangel in Krankenhäusern so wichtig sind.
arbeitsblog: Frau Dr. Eisen, wie verlief Ihr bisheriger Werdegang und wie kamen Sie zur Zeitarbeit?
Dr. Patricia Eisen: Nach meinem Medizinstudium in Freiburg habe ich am universitären Herzzentrum in Hamburg als Assistenzärztin begonnen. Es waren extrem lehrreiche Jahre, danach wollte ich doch erstmal Erfahrung in der allgemeinen Inneren Medizin sammeln. Ich bin in ein kleineres Krankenhaus gewechselt und nach München gezogen – wo ich bis heute lebe. Auf die Zeitarbeit bin ich dann recht zufällig über die Empfehlung eines Freundes gekommen. Und die hätte nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können: Teilweise arbeitete ich zu der Zeit drei 24-Stunden-Dienste hintereinander, eine Alternative war also sehr willkommen.
arbeitsblog: War doctari dann Ihre erste Anlaufstelle oder haben Sie zuvor über andere Personaldienstleister gearbeitet?
Dr. Patricia Eisen: Tatsächlich nicht. Zuvor habe ich über zwei andere Vermittlungsunternehmen gearbeitet, bin nun aber schon seit längerem bei doctari. Der Bewerbungsprozess ging zwar bei allen recht schnell und einfach – die Stellenangebote von doctari haben mich aber vor allem in geografischer Hinsicht überzeugt. Mir ist es wichtig, nicht allzu weit weg von zuhause entfernt zu arbeiten.
Das Wichtigste für mich ist die Flexibilität, die ich durch die Zeitarbeit habe: Ich kann selbst entscheiden, wann, wo und wie viel ich arbeite.
arbeitsblog: Welche Vorteile ziehen Sie aus der Zeitarbeit im Vergleich zur Festanstellung?
Dr. Patricia Eisen: Das Wichtigste für mich ist die Flexibilität, die ich durch die Zeitarbeit habe: Ich kann selbst entscheiden, wann, wo und wie viel ich arbeite – Nachtdienste meide ich beispielsweise. Dank doctari kann ich meinen Dienstplan frei gestalten. Ein weiterer Vorteil an der Flexibilität ist auch, dass ich mir gezielt Zeit für Weiterbildungen und Seminare nehmen kann. Neben der Arbeit organisiere ich zweimal im Jahr eine Fortbildungsveranstaltung für Sportmediziner*innen in Portugal, bei der Kolleg*innen aus ganz Deutschland zusammenkommen und sich gemeinsam weiterbilden. Nebenbei kann ich meiner großen Leidenschaft, dem Surfen, nachgehen. Ein solches Event auf die Beine zu stellen, frisst natürlich allein in der Planung einiges an Zeit. Ohne die Zeitarbeit hätte ich dafür auch weniger Kapazitäten.
arbeitsblog: Und wie erleben Sie den Arbeitsalltag? Merken Sie Unterschiede zur Festanstellung?
Dr. Patricia Eisen: Jein. Die eigentliche Arbeit ist dieselbe, alles Drumherum aber nicht. Jeder neue Einsatzort bringt zunächst anstrengende Anfangstage mit sich, denn jedes Krankenhaus hat seine eigenen Systeme und Strukturen. In der Regel ist die Kollegschaft aber sehr hilfsbereit. Nur ein- oder zweimal musste ich mich als Honorarkraft erst unter den festangestellten Mitarbeitenden etablieren – meist, weil es dort negative Erfahrungen mit Honorarkräften in der Vergangenheit gab.
Harte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung bei der Stammbelegschaft führen zu Personalmangel. Wir machen nichts anderes, als diese Lücken zu schließen.
arbeitsblog: Stichwort „etablieren“ – wie nehmen Sie das Image der Zeitarbeit in Ihrer Branche wahr? Häufig ist diese ja mit einem schlechten Ruf behaftet.
Dr. Patricia Eisen: Das stimmt, aber meiner Meinung nach bessert sich das derzeit. Denn das eigentliche Problem ist das Gesundheitssystem, nicht die Zeitarbeit. Harte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung bei der Stammbelegschaft führen zu Personalmangel. Wir machen nichts anderes, als diese Lücken zu schließen. Ich war schon an Standorten, an denen neben mir noch fünf weitere Honorarärzt*innen gearbeitet haben. Ohne die Zeitarbeit würden viele Krankenhäuser nicht mehr richtig funktionieren – außer man überlastet die Stammbelegschaft so sehr, dass sie im Monatstakt kündigt.