16.07.2025

Grundsicherung mindert Lebenszufriedenheit – und das dauerhaft

16. Juli 2025 | IAB

Wer auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, hat langfristig ein niedrigeres Wohlbefinden. Selbst, wenn die finanzielle Situation stabil bleibt.

Grundsicherungsleistungen sichern zwar die Existenz, aber nicht die Zufriedenheit. Laut einer neuen Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht der Bezug von Grundsicherung langfristig mit einem deutlich geringeren subjektiven Wohlbefinden einher. Und zwar auch dann, wenn Faktoren wie Arbeitslosigkeit oder Einkommen herausgerechnet werden. Besonders stark ist dieser Effekt bei Männern, während Frauen – vor allem Mütter – offenbar durch Betreuungsverpflichtungen psychisch besser geschützt sind. Der Studie zufolge bleibt ein Gewöhnungseffekt weitgehend aus: Die Lebenszufriedenheit sinkt mit Beginn des Leistungsbezugs spürbar und erholt sich auch nach Jahren nicht. Ursachen sind neben materieller Deprivation auch psychosoziale Belastungen wie gesellschaftliche Stigmatisierung, Verlust an Autonomie oder eingeschränkte Teilhabe.

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