Je länger die Arbeitsuche, desto geringer die Zuversicht
20. Juli 2026 | IAB
Bürgergeldbeziehende, die schön länger auf der Suche nach einer geeigneten Stelle sind, werden trotz ähnlich vieler Bewerbungen deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat die Angaben von 374 arbeitslosen Bürgergeldbeziehenden ausgewertet, die im März und April 2025 aktiv nach einer Stelle suchten. Von den Personen, die bereits länger als zwölf Monate auf Arbeitsuche waren, hatten 63 Prozent in den vier Wochen vor der Befragung kein einziges Bewerbungsgespräch. Bei Befragten mit einer kürzeren Suchdauer lag der Anteil bei 45 Prozent. Auch bei den Erwartungen gab es Unterschiede. Die Befragten sollten einschätzen, wie viele Einladungen zu einem Gespräch sie bei zehn weiteren Bewerbungen bekommen würden. Personen mit einer kürzeren Arbeitsuche erwarteten im Durchschnitt häufiger eine Einladung: Die Hälfte von ihnen rechnete mit mindestens drei Gesprächen. Bei Personen, die schon länger suchten, lag dieser mittlere Wert nur bei zwei Gesprächen. Mögliche Gründe für die schlechter wahrgenommenen Erfolgsaussichten könnten laut IAB veraltende Qualifikationen, Vorbehalte auf Arbeitgeberseite, gesundheitliche Einschränkungen und eine mit der Zeit zunehmende Entmutigung der Betroffenen sein.