05.03.2026

Mehr Arbeitszeit für viele Frauen ab 45 finanziell oft nicht lukrativ

5. März 2026 | Handelsblatt

Für viele Frauen ab 45 lohnt sich mehr Arbeit finanziell kaum, da das Steuersystem den Mehrverdienst oft fast vollständig auffrisst. Grund ist das Ehegattensplitting.

Eine repräsentative Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hat das Arbeitsverhalten von insgesamt 3.788 Frauen im Alter zwischen 45 und 66 Jahren untersucht. Dabei gab etwa die Hälfte der befragten Teilzeitbeschäftigten an, dass sich eine Ausweitung ihrer Arbeitsstunden finanziell nicht auszahle. Auch unter den nicht erwerbstätigen Frauen erklärte rund ein Drittel, dass sich eine Rückkehr in den Job für sie nicht lohne. Als Hauptursache sehen Expert*innen das Ehegattensplitting, da der Splittingvorteil bei steigendem Einkommen der Frau schrumpft und somit nur wenig vom Mehrverdienst netto übrig bleibt. Die Bertelsmann Stiftung mahnt daher eine Reform an, um durch bessere finanzielle Anreize die Erwerbstätigkeit zu fördern. Eine solche Änderung könnte nach Einschätzung der Expert*innen in dieser Altersgruppe zu rund 175.000 zusätzlichen Vollzeitstellen führen und Minijobs zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse reduzieren.

Weiterlesen

Kategorien

Kontakt

0911974780 info@kontext.com