Mehr Flexibilität oder längere Arbeitstage?
18. Mai 2026 | Merkur
Die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes könnte den gewohnten Acht-Stunden-Tag grundlegend verändern. Doch welche Folgen hätte das für Beschäftigte?
Nach geltendem Recht liegt die regelmäßige Arbeitszeit grundsätzlich bei acht Stunden pro Tag und kann unter bestimmten Bedingungen auf bis zu zehn Stunden verlängert werden. Die Bundesregierung plant nun, künftig die wöchentliche statt der täglichen Höchstarbeitszeit n den Mittelpunkt zu stellen. Damit könnten Betriebe die Arbeitszeiten flexibler verteilen, etwa bei Schichtarbeit, Saisonspitzen oder Wochenendarbeit. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass längere und schlechter planbare Tage für Beschäftigte zur Belastung werden. Die Hans-Böckler-Stiftung warnt vor gesundheitlichen Risiken und Problemen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es bliebe zwar europarechtliche Grenzen bestehen, insbesondere die durchschnittliche Wochenhöchstarbeitszeit von 48 Stunden. Offen bleibt aber, ob die Reform tatsächlich zu mehr Selbstbestimmung für Arbeitnehmer führt oder vor allem betriebliche Anforderungen erleichtert.