Mehrheit der Deutschen gegen längere Arbeitstage
23. Juli 2025 | DGB
Knapp drei Viertel der Beschäftigten in Deutschland wollen den Achtstundentag behalten. Besonders Arbeitnehmer*innen mit Kindern fordern feste Grenzen und lehnen Arbeitszeitmodelle mit Abendstunden deutlich ab.
Eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland wünscht sich klare Grenzen bei der täglichen Arbeitszeit. Laut dem Index „Gute Arbeit“ vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) befürworten 72 Prozent der Befragten den klassischen Achtstundentag. Fast alle 4.018 Arbeitsnehmer*innen, die im Zeitraum von Januar bis Mai 2025 befragt wurden, wollen spätestens nach zehn Stunden Feierabend haben. 95 Prozent der Befragten lehnen eine Verlagerung des Arbeitstages in die Abendstunden ab. Vor allem Beschäftigte mit Kindern zeigen dafür wenig Verständnis. Nur eine kleine Minderheit nutzt die Möglichkeit, abends noch zu arbeiten, und selbst diese wünscht sich meist einen Abschluss des Arbeitstages vor 19 Uhr. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt vor einer Aushöhlung des Arbeitszeitgesetzes: Eine Verlängerung der Höchstarbeitszeit gehe an der Lebensrealität der Menschen vorbei und schwäche vor allem Beschäftigte ohne Tarifschutz. Stattdessen fordert der DGB, Überstunden zu reduzieren und die Arbeitszeitsouveränität zu stärken – auch um Fachkräftemangel und Teilzeitfalle zu begegnen.