Pflege von Angehörigen entzieht dem Arbeitsmarkt zunehmend Fachkräfte
20. Oktober 2026 | Handelsblatt
Immer mehr Menschen müssen ihre Berufstätigkeit einschränken, um Angehörige zu pflegen. Der demografische Wandel könnte diese Entwicklung weiter verschärfen.
Der arbeitsmarktbedingte Ausfall durch die Pflege Angehöriger könnte laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung und der Prognos AG bis 2045 auf rechnerisch 229.000 Vollzeitstellen steigen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 25 Prozent gegenüber 2026. Während 2023 noch 8,7 Prozent der Bevölkerung im Erwerbsalter ein Familienmitglied pflegten, könnte dieser Anteil bis 2045 auf 13,3 Prozent steigen. Besonders betroffen sind Frauen, die ihre Arbeitszeit für Pflegeaufgaben häufiger reduzieren oder vollständig aufgeben. Die Studienautor*innen warnen, dass diese Entwicklung nicht nur die beruflichen Perspektiven der Betroffenen gefährdet, sondern auch den allgemeinen Arbeitskräftemangel verschärft und das Wirtschaftswachstum bremst.