Schluss mit Festanstellungen? Warum jedes vierte Unternehmen jetzt auf Befristungen setzt
23. September 2026 | Randstad
Jedes vierte Unternehmen in Deutschland will künftig mehr befristete Verträge nutzen – und damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Das sind die Gründe.
Der Anteil der Unternehmen, die Zusatz- und Ersatzpersonal verstärkt über befristete Verträge einbinden wollen, ist binnen eines Jahres von 12 auf 26 Prozent geklettert. Das zeigt die Randstad-ifo-HR-Befragung für das dritte Quartal 2026. Aktuell nutzen bereits 30 Prozent aller Betriebe befristete Beschäftigungsverhältnisse, wobei das Instrument vor allem bei Großunternehmen ab 500 Mitarbeitenden mit 59 Prozent stark verbreitet ist. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Zeitarbeit, die von jedem zweiten Großunternehmen eingesetzt wird. Befeuerte werden diese Personalstrategien durch das geplante Reformpaket der Bundesregierung, das eine Ausweitung sachgrundloser Befristungen von zwei auf vier Jahre mit bis zu sechs Verlängerungen vorsieht. Susanne Wißfeld, Business Innovation & Concepts bei Randstad Deutschland, kritisiert dieses Vorhaben scharf: Wer eine Arbeitskraft über vier Jahre hinweg benötige, decke keinen vorübergehenden Engpass, sondern eine strukturelle Daueraufgabe ab. Die Gesetzesreform verleite Betriebe dazu, nachhaltige HR-Strategien durch juristische Behelfskonstrukte zu ersetzen.