Transparenz beim Gehalt bleibt häufig aus
18. Juni 2026 | index
Trotz der neuen EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist nur in knapp ein Viertel der Stellenanzeigen ein Gehalt angegeben. Für Bewerber*innen bleibt damit oft unklar, worauf sie sich finanziell einlassen.
Eine Analyse von Index-Research zeigt, dass im ersten Quartal 2026 nur 23 Prozent der öffentlich ausgeschriebenen Stellenangebote Angaben zum Gehalt oder zu einer Gehaltsspanne enthielten. Zwar ist der Anteil im Vergleich zum Vorjahr (21 Prozent) leicht gestiegen, von echter Transparenz kann aber weiterhin kaum die Rede sein. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll eigentlich dafür sorgen, dass Bewerber*innen frühzeitig erfahren, mit welcher Vergütung sie rechnen können. In Deutschland ist die Richtlinie trotz Ende der Frist bislang jedoch nicht umgesetzt. Zudem verpflichtet sie Unternehmen nicht ausdrücklich dazu, Gehälter direkt in Stellenanzeigen zu nennen. Arbeitgeber*innen können die Informationen auch erst später im Bewerbungsprozess bereitstellen. Besonders häufig fehlen Gehaltsangaben bei Stellen aus den Bereichen Projektmanagement, Marketing oder PR.