20.10.2026

Zeitarbeit in der Pflege: Weniger Beschäftigte, weiterhin hoher Bedarf

20. Oktober 2026 | kma

Obwohl die Zahl der Zeitarbeitskräfte in der hessischen Pflege sinkt, bleibt ihr Einsatz für viele Kliniken unverzichtbar. Gleichzeitig wächst der Kostendruck, was die Diskussion rund um Konditionen und Verrechnungssätze anfeuert.

Rund die Hälfte der hessischen Krankenhäuser setzt laut Gesundheitsministerium zumindest gelegentlich Zeitarbeitskräfte ein, um Personalengpässe auszugleichen und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Dabei ist die Zahl der Zeitarbeitskräfte in Pflegeberufen seit 2023 um etwa ein Viertel zurückgegangen. Mitte 2025 waren es noch rund 2.400. Die Hessische Krankenhausgesellschaft führt diese Entwicklung unter anderem auf den Ausbau von Stammpersonal, Springerpools und flexibleren Dienstmodellen zurück. Dennoch bleibt die Zeitarbeit angesichts des Fachkräftemangels ein wichtiger Bestandteil der Personalversorgung. Für Pflegekräfte bietet sie laut Verdi vor allem mehr Einfluss auf Arbeitszeiten und Einsatzorte sowie höhere Verdienstmöglichkeiten. Gleichzeitig belasten die zusätzlichen Kosten die Krankenhäuser, da sie nicht vollständig refinanziert werden. Die Deutsche und die Hessische Krankenhausgesellschaft fordern deshalb eine gesetzliche Obergrenze für Verrechnungssätze, die der Bund bislang ablehnt. Wie sich der Bedarf künftig entwickelt, bleibt offen: Verdi warnt vor einem erneuten Anstieg der Zeitarbeit, sollten Sparmaßnahmen zu weiterem Stellenabbau führen.

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