Zeitarbeit schrumpft weiter – ein Warnsignal für die Wirtschaft
06. April 2026 | FAZ
Die Zahl der Zeitarbeitskräfte sinkt seit Jahren deutlich. Diese Entwicklung ist ein Frühwarnzeichen für den gesamten Arbeitsmarkt.
Im Januar 2026 arbeiteten noch 515.300 Menschen in der Zeitarbeit. Das entspricht einem Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und 7,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Seit 2016 hat sich die Zahl der Zeitarbeitskräfte damit fast halbiert, obwohl die Branche oft als Puffer in wirtschaftlich unsicheren Zeiten dient. Wenn Aufträge wegbrechen und der Umsatz zurückgeht, trennen sich Unternehmen häufig zuerst von Zeitarbeitskräften. Ein weiteres Problem: Zeitarbeit fungiert für viele Arbeitslose als Einstieg in Beschäftigung. Wenn dieser Weg schmaler wird, sinken für viele Jobsuchende die Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Die Entwicklung zeigt deshalb nicht nur die Krise einer Branche, sondern auch die anhaltende Unsicherheit in der Gesamtwirtschaft.