Riesen Überraschung: LANDWEHR und prosoft schließen sich zusammen

#26
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Tafel Händeschütteln

Manche Fragen laufen auf eine klare Entweder-oder-Antwort hinaus. Schalke oder Dortmund? Pepsi oder Cola? Personaldienstleister mussten sich bei der Wahl ihrer Software lange Zeit zwischen LANDWEHR oder prosoft, zwischen L1 oder AÜOffice, entscheiden. Das ist jetzt vorbei, die beiden ehemaligen Wettbewerber haben sich diese Woche zusammengeschlossen. Das gemeinsame Projekt läuft zunächst unter dem Arbeitstitel #nextlevel, soll perspektivisch aber in einem gemeinsamen Marktauftritt münden. Der arbeitsblog hat sich mit den beiden Geschäftsführern Marc Linkert (LANDWEHR) und Denny Hölscher (prosoft) darüber unterhalten, wie es zu dem Zusammenschluss kam, welche Ziele sie mit #nextlevel verfolgen und welche Auswirkung die neue Entwicklung auf die Zeitarbeitsbranche hat.

arbeitsblog: Marc, Denny – schön, dass Ihr Euch in dieser hektischen Phase Zeit für uns genommen habt. Viele arbeitsblog-Leser werden erstaunt sein, ein Doppel-Interview mit Euch beiden zu lesen. Bisher kannte man Euch als Konkurrenten. Marc ist LANDWEHR durch und durch, Denny steht wie kein Zweiter für prosoft. Jetzt habt Ihr Euch unter dem Projekttitel #nextlevel zusammengetan – was hat es damit auf sich?

Marc Linkert:
Wir haben, lass‘ es mich mal so ausdrücken, das #nextlevel in der Personal-Branche begonnen. Konkret heißt das: prosoft und LANDWEHR gehen zusammen! Die beiden stärksten Player in der Branche vereinen sich zum unangefochtenen Marktführer. Wir bringen das Beste aus unseren Welten zusammen und heben uns alle damit auf ein neues, das nächste Level. Damit schaffen wir auch für die Zeitarbeitsbranche Perspektiven, die aus meiner Sicht phantastisch sind.

Denny Hölscher: Da kann ich Marc nur zustimmen. Wir wollen aus Gutem das Beste machen. Dieser Geist hat uns in den vergangenen Wochen angetrieben. Je länger unser Austausch dauerte, desto mehr waren alle, die an diesem Prozess beteiligt waren, von der Richtigkeit des Weges überzeugt.

arbeitsblog: Angesichts der Tatsache, dass Ihr in der Vergangenheit als Wettbewerber den ein oder anderen Kampf ausgefochten habt – wie schwierig war der Annäherungsprozess?

Denny Hölscher: Es war überhaupt nicht schwierig. Erstens richte ich den Blick generell in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit. Zweitens habe schon lange bevor der #nextlevel-Prozess in Gang gesetzt wurde darüber nachgedacht, wie hervorragend sich die beiden Unternehmen ergänzen könnten. Persönliche Befindlichkeiten spielen für mich keine Rolle. Marc und ich haben früh in unseren Gesprächen festgestellt, dass wir voll auf einer Linie sind. Ab dann war der gemeinsame Weg klar.

arbeitsblog: Wie schaut es bei Dir aus, Marc? Ist es Dir schwerer gefallen?

Marc Linkert: Ganz und gar nicht! Bei mir ging und geht es auch immer nur um die Sache. Und in dieser konkreten Angelegenheit bot sich uns die Chance, einen großen Schritt in eine Zukunft zu machen, die für uns alle – Mitarbeiter, Kunden, Partner und auch die Gesellschafter unserer Unternehmen – langfristig Erfolg, Sicherheit und Zufriedenheit bieten kann.

arbeitsblog: Warum habt Ihr Euch ausgerechnet mitten in der Corona-Krise zu diesem Schritt entschieden?

Denny Hölscher: Weil wir gerade jetzt, in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit, sowohl extern für den Markt und die Kunden als auch intern für unsere Mitarbeiter einen absolut verlässlichen Partner schaffen wollen.

Marc Linkert: Absolut richtig! Und ergänzend dazu: Wir stellen uns durch den Zusammenschluss jetzt schon für die Zukunft nach Corona auf. Provokant formuliert: Während viele andere noch in einer Schockstarre verharren, richten wir den Blick nach vorne!

Denny Hölscher wirft einen Blick in die Zukunft:
Am Ende unseres Kennenlern-Prozesses soll ein neuer, gemeinsamer Auftritt stehen. Wir setzen uns dabei aber nicht unter Zeitdruck, sondern lassen die Dinge sich entwickeln.

arbeitsblog: Was bedeutet Euer Zusammenschluss konkret? Ist #nextlevel das neue Unternehmen, in dem prosoft und LANDWEHR aufgehen?

Marc Linkert: #nextlevel ist der Arbeitstitel für das Ziel unseres gemeinsamen Weges, den wir ab sofort gehen. Nicht mehr und nicht weniger. Ein solches Projekt braucht aber natürlich Zeit. Wir waren zwar mit vergleichbaren Produkten im selben Markt unterwegs, trotzdem gibt es strukturelle und kulturelle Unterschiede. Deshalb wollen wir die nächsten Wochen und Monate erstmal als eine Art ‚Kennenlernphase‘ nutzen. Kurzfristig wird sich, was die Auftritte angeht, wenig ändern. Beide Unternehmen sind erstmal weiterhin als prosoft und LANDWEHR im Markt aktiv.

Denny Hölscher: Genau! Am Ende unseres Kennenlern-Prozesses soll aber ein neuer, gemeinsamer Auftritt stehen. Wir setzen uns dabei nicht unter Zeitdruck, sondern lassen die Dinge sich entwickeln.

arbeitsblog: Eine Frage, die gerade die Personaldienstleister besonders interessiert – wie geht es mit den Produkten L1 und AÜOffice weiter?

Marc Linkert: Es ist vorhin ja schonmal durchgeklungen: Wir wollen das Gute aus zwei Welten zum besten Produkt auf dem Markt machen. Folglich bleiben die beiden Software-Lösungen inhaltlich bestehen, werden jedoch kurz- oder mittelfristig in einer neuen Software-Generation zusammengeführt.

Denny Hölscher: Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass die Bewerbermanagement Software prosoftrecruiting bald auch den LANDWEHR-Kunden zur Verfügung steht. Wir werden unsere Kunden natürlich rechtzeitig und transparent über alle geplanten Schritte informieren und sie mit auf den gemeinsamen Weg nehmen.

Marc Linkert erklärt den Projektnamen #nextlevel:
#nextlevel ist der Arbeitstitel für das Ziel unseres gemeinsamen Weges, den wir ab sofort gehen. Nicht mehr und nicht weniger. Kurzfristig wird sich, was die Auftritte angeht, wenig ändern. Beide Unternehmen sind weiterhin als prosoft und LANDWEHR im Markt aktiv.

arbeitsblog: Wer wird das neue Unternehmen leiten?

Marc Linkert: Das neue Unternehmen werden Denny, ich und CFO Christian Mieth leiten. Auf der Managementebene werden wir unterstützt von den LANDWEHR-Geschäftsführern Hubert Obermeyer und Thorsten Temme sowie von prosoft-Geschäftsführer Jochen von Düsterlho.

arbeitsblog: Welche Rolle hat künftig Axel Wegmann, der prosoft-Gründer und bisherige Lenker der Entwicklungsabteilung?

Denny Hölscher: Axel scheidet als operativer Teil der Geschäftsführung aus, wird aber eine beratende Rolle im Beirat des Unternehmens einnehmen. So lässt er seine jahrzehntelange Erfahrung weiterhin in die Zukunft von #nextlevel einfließen. Um das ganz klar zu sagen: Auch wenn er operativ nicht mehr mitwirkt, ist er weiter ein wesentlicher Bestandteil unserer gemeinsamen Vision!

arbeitsblog: Vielen Dank für das Gespräch – und Euch viel Erfolg bei Euren Vorhaben!


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Studierter Kommunikationswissenschaftler (M.A.) und PR-Referent (FJS). Mehrjährige Agenturerfahrung, bei Kontext public relations und im arbeitsblog für die Kreation von Content zuständig.

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8 Kommentare
  • jürgen schäfer
    jürgen schäfer
    at 24.07.2020
    Die ERP Landschaft für die Zeitarbeitsbranche wird nun überschaubarer.
  • jürgen schäfer
    jürgen schäfer
    at 24.07.2020
    Die ERP Landschaft für die Zeitarbeitsbranche wird nun überschaubarer.
  • Bernd Schmidt
    Bernd Schmidt
    at 24.07.2020
    Gute Entscheidung, wenn jetzt aus beiden Anwendungen die besten und funktionierenden Bestandteile zusammengelegt werden gibt es für PDL nur wenig Entscheidungsspielraum.

    Gutes Gelingen und viel Erfolg.
  • Werner Klaasen
    Werner Klaasen
    at 24.07.2020
    Arm in Arm in Corona Zeiten, diese Herren haben es offensichtlich noch nicht verstanden.
  • Klaus Klockmann
    Klaus Klockmann
    at 24.07.2020
    "Das Gute besser machen" Wirklich gut funktionierenden Bestandteile und Anwendungen zusammenzubringen ist ein hohes Ziel. Ich bin sicher, dass uns spannende und fühlbare positive Veränderungen erwarten. Viel Erfolg.
  • Axel Wegmann
    Axel Wegmann
    at 26.07.2020
    Danke Herr Klockmann, genau darum geht es. Bisher hat man immer nebeneinander um Anwenderfreundlichkeit und Funktionalität gerungen. Jetzt kann man diese Energien wie Vektoren addieren.
  • Axel Wegmann
    Axel Wegmann
    at 26.07.2020
    Danke Herr Klockmann, genau darum geht es. Bisher hat man immer nebeneinander um Anwenderfreundlichkeit und Funktionalität gerungen. Jetzt kann man diese Energien wie Vektoren addieren.
  • Ali
    Ali
    at 13.08.2020
    Aprehund

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