26.08.2025

Wer KI versteht, schafft Mehrwert durch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

  • KI gewinnt kontinuierlich an Bedeutung und wird in fünf Jahren voraussichtlich in sämtliche Geschäftsprozesse integriert sein.
  • Marco Lauerwald, Head of Growth bei zvoove, erläutert im Interview, wie KI die Effizienz steigert, welche Potenziale sie bietet und wo ihre Grenzen liegen.
  • Für Personaldienstleister hebt er insbesondere DSGVO‑konformes Datenmanagement, manuelle Validierung der Ergebnisse und die Bewahrung eigener kreativer Ansätze hervor.

arbeitsblog: Hallo Marco, welche Veränderungen hast du in deinem Arbeitsalltag durch den Einsatz von KI beobachtet und ist davon nur deine Branche, also das Marketing, betroffen?

Marco Lauerwald: Mit ChatGPT hat sich meine Effizienz deutlich erhöht: Routinetätigkeiten kann ich auslagern und so viel Zeit sparen. Zudem nutze ich KI als kreativen Partner – sei es fürs Brainstorming neuer Ideen oder um schnelles Feedback zu Entwürfen zu erhalten. So kann ich mich stärker auf strategische und kreative Aufgaben konzentrieren. Und das trifft nicht nur auf mich oder meinen Arbeitsbereich zu, sondern auch auf viele andere Branchen. KI kommt überall zum Einsatz, sei es zum Texten, für Zusammenfassungen, für erste Ideen oder in der Robotik.

Marco Lauerwald

arbeitsblog: Wo siehst du aktuell die größten Chancen und Herausforderungen in Unternehmen – und speziell bei Personaldienstleistern? 

Marco Lauerwald: KI optimiert Unternehmensabläufe, steigert die Effizienz, senkt Kosten und beschleunigt Prozesse. Sie verschafft schnellen Zugang zu jeder Art von Wissen. Gleichzeitig erfordert der Einsatz von KI eine sorgfältige Qualitätskontrolle, um Fehlinformationen auszuschließen. Damit nicht jedes Unternehmen die gleichen Lösungen und Ideen bekommt, sollten weiterhin eigene, kreative Ansätze ohne KI bewahrt werden. Auch in Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck großer KI‑Infrastrukturen, sollten Ressourcen verantwortungsvoll genutzt werden.

Für Personaldienstleister gilt im Wesentlichen dasselbe, nur mit anderen Anwendungsfeldern: Sie können Stellenanzeigen optimieren, Bewerberprofile automatisiert abgleichen und Reports generieren – doch auch hier ist eine manuelle Validierung der Ergebnisse notwendig, und sensible Daten müssen stets DSGVO‑konform behandelt werden.

arbeitsblog: Welche KI-Tools nutzt du regelmäßig und welche alternativen Lösungen kannst du empfehlen? 

Marco Lauerwald: Ich benutze viele verschiedene Tools, beispelsweise ChatGPT, Google Gemini, Perplexity und DeepL. Je nach Zweck wähle ich die beste KI für mich aus. Als Alternative zu öffentlichen KI‑Diensten bieten sich spezialisierte Softwarelösungen an, die alle Vorteile von KI integrieren, aber gleichzeitig den Datenschutz fest in ihrer Architektur verankern. Besonders bei der Arbeit mit personenbezogenen Daten ist es wichtig, die DSGVO einzuhalten. Entscheidend sind dabei End‑to‑End‑Lösungen, bei denen sämtliche Daten auf einem eigenen Server in Deutschland verbleiben – solche Möglichkeiten bieten wir etwa mit unseren Lösungen von zvoove.

arbeitsblog: Wie verändert KI die Zusammenarbeit von Menschen – und welche Kompetenzen sind künftig gefragt?

Marco Lauerwald: Es ist essenziell, KI nicht nur zu nutzen, sondern auch ihre Funktionsweise zu verstehen – nur so lassen sich die Potenziale voll ausschöpfen. Studien zeigen, dass durch KI zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und sich zum anderen viele Berufsbilder wandeln. Die KI übernimmt dabei vor allem Routinetätigkeiten, sodass sich die Menschen auf das Wesentliche konzentrieren können. Dementsprechend werden künftig neben technischem Know‑how vor allem Kreativität, kritisches Denken und soziale Kompetenzen unverzichtbar bleiben. 

Wir stehen in der fünften industriellen Revolution: Mensch und Maschine arbeiten zunehmend Hand in Hand und erzielen so bessere Ergebnisse.

Marco Lauerwald

arbeitsblog: Kommt die KI an ihre Grenzen – etwa, wenn sie menschliche Entscheidungen wie im Recruiting treffen soll?

Marco Lauerwald: Im Personalwesen lassen sich mit KI unter anderem Stellenanzeigen generieren, Bewerber*innen vorselektieren und die Ansprache jeweils personalisieren. Dennoch stoßen Systeme an ihre Grenzen, sobald es um Entscheidungen geht, bei denen unklar ist, welche Kompetenz oder welcher Aspekt den größten Ausschlag gibt. Die menschliche Komponente bleibt unverzichtbar: Nur ein Mensch kann in Gesprächen Persönlichkeit, Empathie und Soft Skills beurteilen – Qualitäten, die für den Erfolg im Job und im Unternehmen entscheidend sind.

arbeitsblog: Welche Rolle wird KI in fünf Jahren haben?

Marco Lauerwald: In fünf Jahren wird KI in Unternehmen allgegenwärtig sein und eine Schlüsselrolle spielen: Viele Prozesse, von der Datenanalyse bis zur Entscheidungsunterstützung, werden vollständig oder teilweise von KI‑Systemen übernommen. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, unser eigenes Denken aktiv zu fördern und KI als Werkzeug zu begreifen. Nur wer die Symbiose von Mensch und Maschine versteht, kann langfristig profitieren.

Für Personaldienstleister heißt das konkret: Passen Sie Ihre Arbeitsabläufe aktiv an und beschleunigen Sie sie mithilfe smarter Tools für Kandidatenauswahl und -kommunikation. Automatisieren Sie wiederkehrende Aufgaben, um wertvolle Kapazitäten für persönliche Beratung und strategisches Wachstum zu gewinnen. 

arbeitsblog: Wie unterstützt zvoove die Personaldienstleistungsbranche mit dem KI Campus und dem KI Hub, und welche praxisorientierten KI‑Inhalte können die Teilnehmenden beim GVP INNOLAB im September erwarten?

Marco Lauerwald: Mit dem sechswöchigen KI Campus und dem Hub‑Programm macht zvoove KI‑Instrumente gezielt für die Personaldienstleistungsbranche nutzbar. Im KI Campus absolvieren die Teilnehmenden fünf praxisorientierte Webinare, in denen sie lernen, wie und wann sie KI einsetzen sollten, um ihre Prozesse effizienter zu gestalten. Beim GVP INNOLAB im September halte ich selbst einen Vortrag und zeige Methoden sowie Tools zur KI‑Nutzung, die die Teilnehmenden bereits während des Vortrags praktisch anwenden können.

arbeitsblog: Vielen Dank für das nette Gespräch, wir freuen uns auf den Vortrag beim GVP INNOLAB!


Marco Lauerwald

Marco Lauerwald ist Head of Growth bei zvoove und nebenberuflich als Dozent tätig. Der Experte für digitales Marketing hält Fachvorträge, etwa beim GVP INNOLAB, und leitet Seminare am KI Campus. Darüber hinaus promoviert er aktuell an der Middlesex University of London zu Skill-Gaps und dem Einfluss von KI auf Marketingteams im digitalen Wandel.

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