HR-Software – Zwei Trends, die die Zukunft der Zeitarbeit definieren werden

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Laptop mit Software
  • Daniel Prümers, COO bei GermanPersonnel, erklärt zwei der größten HR-Tech-Trends in der Personaldienstleistungsbranche und zeigt, welche Vorteile sie für jeden Marktteilnehmer bringen
  • Sein Plädoyer für einen engen Austausch zwischen Unternehmen und ihren Software-Dienstleistern belegt er mit konkreten Beispielen. Wer ins Gespräch kommt, gewinnt
  • Die Kooperation zwischen LANDWEHR und GermanPersonnel profitiert nicht nur von der gegenseitigen Unterstützung, sondern auch von dem engen Austausch mit dem Endkunden

In der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung gibt es schon seit Jahrzehnten zwei Megatrends, die gegensätzlich scheinen, aber parallel existieren. Sie bedingen sich gegenseitig und sind nicht ohne einander denkbar: Die Globalisierung und der Drang nach Individualisierung. Analog zu diesem Modell verhalten sich zwei Trends in der HR-Tech-Welt, auf die ich hier eingehen möchte. Wenn die Bildung von Dienstleister-Allianzen und damit die Vergrößerung von Portfolios und Gesamtlösungen in diesem Vergleich der Globalisierung entsprechen, ist das genaue Gegenteil, also die Segmentierung dieser Portfolios bis hin zur Modul- oder sogar Funktionsebene und das Angebot dieser Segmente das Pendant zur Individualisierung.

Warum das für Sie als Personaldienstleister interessant ist? Ich will beide Entwicklungen in der Branche für Sie erläutern. Für welchen Weg Sie sich am Ende entscheiden, ist Ihre Entscheidung. Was ich Ihnen aber schon vorab nur wärmstens empfehlen kann: Kommen Sie mit Ihrem HR-Tech-Anbieter ins Gespräch, äußern Sie ihre Wünsche. Nur so kann eine Lösung entstehen, die alle Seiten – aber vor allem Sie – zufrieden stellt.

Vergrößerung – die Bildung von Allianzen
Jeder Anbieter von HR-Tech hat seinen historisch bedingten Angebots-Schwerpunkt, hat sich zum ungeschlagenen Spezialisten für bestimmte Bereiche entwickelt. Kunden und Interessenten entscheiden sich sehr bewusst und nach genauer Prüfung für einen Anbieter, weil die Schwerpunkte zu den eigenen Bedürfnissen passen. Andererseits nehmen Kunden auch sehr genau wahr, welche Möglichkeiten andere Lösungen bieten und wünschen sich zurecht Funktions-Erweiterungen. So kann es passieren, dass Systeme wachsen, allerdings nicht immer in der Geschwindigkeit, die der Markt erfordert, oder sie wachsen unkontrolliert und es entsteht Stückwerk mit „unschönen Ecken“. Die sind dann meist entwickelt worden, um den Marktansprüchen zu genügen. Der Kunde arbeitet damit jedoch manchmal weder gut noch gerne. Das ist für niemanden befriedigend.

Eine bessere Lösung ist also: die Bildung von Allianzen, über übliche Partnerschaften hinaus. Sie bündelt Kompetenzen verschiedener Spezialisten. Das ist umso sinnvoller, je mehr sich ihre Kernkompetenzen unterscheiden – und entsprechend in der Allianz besser ergänzen. Solche Zusammenschlüsse waren in der Vergangenheit häufig zu beobachten: Bei Landwehr, Bullhorn und einigen anderen. Auch wir haben diesen Weg für richtig befunden und eingeschlagen.

Für Daniel Prümers liegen die Vorteile von Allianzen auf der Hand:
Wenn Anbieter es aber schaffen, spezialisierte Lösungen zusammenzuführen und damit viele, die meisten oder alle Prozesse entlang einer Wertschöpfungskette abzudecken, hat der Kunde einen großen Effizienzgewinn.

Was haben Personaldienstleister und ihre Kunden von den Zusammenschlüssen?
Viele Personaldienstleister nutzen für verschiedene Probleme verschiedene Teil-Lösungen. Sie haben für jede Lösung einen oder mehrere Ansprechpartner, ein eigenes Login, müssen zwischen verschiedenen Oberflächen wechseln, neue Tabs öffnen und so weiter. Wenn Anbieter es aber schaffen, spezialisierte Lösungen zusammenzuführen und damit viele, die meisten oder alle Prozesse entlang einer Wertschöpfungskette abzudecken, dabei innerhalb eines Datenkreislaufs zu bleiben und in einer einzigen Oberfläche abzubilden, dann hat der Kunde natürlich einen großen Effizienzgewinn. Die Komplexität seiner Prozesse wird reduziert und er spart Geld.

In unserem konkreten Fall war es so: GermanPersonnel-Kunden finden, dass wir stark darin sind, Bewerber zu rekrutieren, oder wie sie es gerne nennen: „Die Pipeline zu füllen“. Gleichzeitig bekamen wir stellenweise das Feedback, dass man aus dem Bereich Bewerbermanagement noch mehr herausholen könnte. Bei Compana ist es andersherum. Die Kunden sind sehr zufrieden mit den Prozessen, den Automatisierungen und dem Matching des Bewerbermanagements, sehen aber noch Potenzial bei der Attraktion von Bewerbern. Vor unserem Zusammenschluss haben wir uns eher bekämpft und dabei ignoriert, dass jeder von uns etwas sehr gut kann und wir gemeinsam einen viel größeren Mehrwert für Kunden erzeugen können. Das haben uns Kunden nämlich auf den Kopf zu gesagt: „Was wäre alles möglich, wenn ihr zusammenarbeitet.“ Weitere Beispiele aus unserer jüngsten Unternehmensgeschichte sind die Zusammenschlüsse mit AVAX und EVINT. Auch sie helfen, den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu stellen und haben zum Ziel, die Komplexität der Prozesse für Personaldienstleister zu reduzieren. Die Optimierung dient also dem Markt.

Verkleinerung – Anpassung an verschiedene Bedarfe und Softwareumgebungen
Der zweite Tech-Trend geht, wie eingangs angedeutet, in die entgegengesetzte Richtung. Zwar wünschen sich viele Personaldienstleister oder Entleiher eine große Lösung, die alles abdeckt. Die Realität zeigt aber auch: Erstens braucht nicht jeder den ganz großen Hammer. Zweitens sind manche Unternehmen mit bestimmten Teilbereichen ihrer bestehenden Software grundsätzlich zufrieden und sehen nur minimalen Verbesserungsbedarf in bestimmten Teilbereichen. Vielleicht kennen Sie das Problem ja selbst.

Wer den Austausch mit seinem HR-Tech-Dienstleister sucht, gewinnt, so Prümers:
Apropos das Gespräch suchen! Genau das haben viele gemeinsame Kunden von GermanPersonnel und Landwehr getan und ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt.

An diesem Punkt ist jeder Kunde glücklich, wenn er eine kleinere Teillösung findet, die sich in seine bestehende Software leicht einfügt und sein Bedürfnis an einem bestimmten Punkt erfüllt. Die beschriebene Entwicklung der Frakturierung von Services, der Anpassung an beliebige Ökosysteme liegt ebenfalls voll im Trend und lässt sich bei großen Projektmanagement-Softwares wie zum Beispiel Atlassian schon länger beobachten. Jeder kleine Service kann über eine Schnittstelle an anderen Systemen andocken. Dieser Trend kommt auch in der HR-Branche beziehungsweise bei HR-Tech an. Aus diesem Grund setzen auch wir darauf, die Module unserer Software absolut anpassungsfähig zu programmieren. So können sie nicht nur ideal kombiniert werden, sondern auch per Schnittstellen an andere Software angeschlossen und in deren Oberflächen und Datenkreisläufe integriert werden. Dabei ist jeder Kunde natürlich auch ein Stück weit von der Offenheit seines Softwareanbieters abhängig und muss im Zweifel das Gespräch mit diesem suchen.

Fazit

Apropos das Gespräch suchen! Genau das haben viele gemeinsame Kunden von GermanPersonnel und LANDWEHR getan und ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Unsere Häuser sind schon sehr lange freundschaftlich verbunden. Zum Beispiel waren wir über Jahre bei den LANDWEHR-Anwenderwochen und auf den Ständen großer Messen als Premium-Partner immer fest dabei.

Mit den Jahren äußerten Kunden, die auf der einen Seite das Recruiting unserer Software PERSY und auf der anderen Seite die L1 Verwaltungsfunktionen schätzten, immer lauter den Wunsch nach einer produktseitigen Kooperation zwischen den beiden Häusern. Uns ist damals klar geworden: Wenn sie schon mit beiden Systemen arbeiten, muss der Datenaustausch leichter werden.

Diese Kundenwünsche haben wir gemeinsam in Software gegossen. Heute ist nicht nur der Datenaustausch möglich, Kunden finden jetzt mit dem Modul PERSY lite fast alle PERSY-Funktionen in ihrer gewohnten L1-Oberfläche wieder. Das bedeutet: Eine gewaltige Stellenanzeigen-Erstellungs- und -Verteilungs-Power, die ganze Reichweite aller relevanten organischen Jobbörsen, die Möglichkeit, kostenpflichtige Anzeigen zu schalten, einschließlich Programmatic Jobadvertising für den optimalen Einsatz des Recruiting-Budgets, Beratung durch das erfahrene Media-Team und so weiter – das alles funktioniert direkt in der L1 Oberfläche.

PERSY lite in L1 ist ein sehr gutes und erfolgreiches Beispiel für diese Entwicklung, die wir der Systemoffenheit innerhalb der starken Partnerschaft von GermanPersonnel und LANDWEHR sowie natürlich der Vision unserer gemeinsamen Kunden verdanken.


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Daniel Prümers

Daniel Prümers verantwortet bei GermanPersonnel als Chief Operating Officer das Media Management, Strategy & Business Development und Marketing. Davor war er als Senior Vice President Data bei ProSiebenSat.1 Media tätig. Prümers ist seit über 19 Jahren in der Medien- und Digitalbranche tätig. Seine Karriere begann bei Bertelsmann, weitere Stationen waren Lycos Europe und der Softwareanbieter Spotigo, für den er als CEO fungierte sowie Criteo, wo er am Standort München als Director Business Development arbeitete.

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